Naturnah Gärtnern

Naturnah Gärtnern

Pflanzen heranziehen, pflegen, wachsen lassen ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, Biozide, synthetische Dünger und Torf. Ein stabiles ökologisches Gleichgewicht durch blühende Wiesen, Hecken aus einheimischen Gehölzen, Gartenteich, Wilde Ecken mit Totholz, Trockenmauern, Dachbegrünung, Kletterpflanzen, Wildstauden. Wer gesunde Pflanzen heranziehen will, muss einige Regeln beachten.

Geeigneten Standort für jede Kultur auswählen

Geeignete Pflanzenauswahl, Sorten oder Mischungen
• Größere Artenvielfalt in den Garten bringen
• Einheimische Pflanzen, robuste Arten auswählen
• Pflanzen für Bienen und andere Insekten als Nektarpflanzen wählen
• Schaffung von Blumenwiesen statt Rasen
• Wild- und Heilkräuter in die Gärten bringen
• Mischkulturen fördern

Gesundes regionales Saatgut und Saatgutschutz

Pflanzenernährung
• Einbringen von Humus
• Kompostwirtschaft betreiben
• Flächenkompostierung betreiben
• Gründüngung als Herbstbegrünung für die Gemüsefläche anlegen
• Organische Dünger bevorzugen, aus tierischen Abfällen wie Blut, Horn, Knochen, Mist von Rindern, Hühnern, Schafen, Pferden, Ziegen, Vögeln, aus pflanzliche Abfällen wie Meeresalgen (kohlensaurer Kalk, wenn der pH-Wert zu niedrig, also der Boden zu sauer ist), Trester, Leinsaat, Rhizinusschrot, Mineralstoffe werden erst nach und nach pflanzenverfügbar, damit kann nicht überdüngt werden, Bodenleben wird gefördert, Struktur des Bodens verbessert 
• Pflanzenstärkungsmittel zur Gesunderhaltung der Pflanzen anwenden (Baumwachse, Wundverschlüsse, pflanzliche Extrakte, selbst hergestellte Spritzbrühen, Jauchen, Tees)

Schutz vor Krankheiten und Schädlingsbefall
• Förderung von Nützlingen: Nisthilfen für Wildbienen, Insekten, Nistkästen für Vögel, Vogeltränke, Wasserstelle für Vögel und Insekten, Igelschutz, Lehmhügel für Erdbienen, Erdhummelkasten, Totholzhaufen, Steinhaufen, Reisighaufen, Benjeshecke als Unterschlupf für Tiere, Sandflächen für Reptilen
• Ab- bzw. ausschneiden kranker Pflanzenteile
• Absammeln von Schädlingen, Käfern, Raupen, Schnecken
• Aufsammeln vorzeitig abgefallener oder verfaulter Äpfel, Pflaumen
• Einsatz selbst hergestellter Spritzbrühen, Jauchen, Tees
• Faltereier, Blattläuse zerdrücken oder mit einem Wasserstrahl abspülen
• Einsatz mechanisch-technischer Maßnahmen (Leimringe, Drahtgeflechte, Vliese, Kulturschutznetze, Folien)
 
Gesunderhaltung des Bodens
• Boden nicht versiegeln
• Mit organischen Materialien ganzjährig abdecken, gegen Erosion und Austrocknung 
• Sorgfältige, schonende Bodenbearbeitung, durch lockern gelangt Luft in den Boden wodurch Mikroorganismen aktiv werden, regelmäßig oberflächlich hacken wirkt wie eine Düngung
• Weniger oder gar kein Umgraben des Bodens
• Bodenleben schützen und fördern
• Bodenfruchtbarkeit erhalten und steigern, Mischkultur, Fruchtfolge
• Bodenuntersuchung in regelmäßigen Abständen durchführen
• Einbringung von organischer Substanz
• Arbeiten mit Gründüngungspflanzen, vor ihrer Blüte abschneiden, in leicht angewelktem Zustand samt Wurzeln in den Boden einarbeiten, durch Anbau von Leguminosen wird Stickstoff aus der Luft gesammelt

Gartengestaltung, -pflege
• Keine Wildnis hinterlassen
• Schnell verrottbares Laub nicht beseitigen sondern auf Beetflächen verteilen
• Hecken als Nisthilfen und Nahrungsquelle für Insekten schaffen
• Winterquartier für Nutzinsekten bereitstellen
• Anlegen von Trockenmauern, Steinmauern, Hochbeete, Hügelbeete
• Fruchtstände im Winter an den Pflanzen belassen
• Anlegen von wasserdurchlässigen Wegen
• Vielfalt der Flächen Nutzung
• Wahl des geeigneten Saat- und Pflanztermins, richtigen Pflanzabstand für jede Kultur auswählen
 
Wasser
• Regenwassernutzung
• Gezielte und optimale Wasserversorgung im Garten
• Richtige Bewässerung, in den frühen Morgenstunden wässern, geht weniger durch Verdunstung verloren, Pflanzen trocknen schneller ab, Infektionsgefahr durch Pilz- und Bakterienkrankheiten sinkt
• Gartenteich ohne Fische, dass die Insektenlarven überleben können
• Schaffung von Feuchtbiotopen